Erfolge gegen Nazis und deren Strukturen feiern & gegen Alltagsrassismus kämpfen! Ladenschlussbündnis lädt ein zur antifaschistischen Fahrraddemo durch den Leipziger Osten. Wetter wird sonnig, Bremsen & Klingel sollten gehen. Nach der Demo: chill out  mit Soliburgern im Lene-Voigt-Park

Für den 4. Mai 2013 lädt das Ladenschlussbündnis zu einer antifaschistischen Fahrraddemonstration ein. Diese beginnt 11 Uhr im Lene-Voigt-Park in Leipzig-Reudnitz.

Ein Anlass der Aktion ist die Schließung des Bekleidungsladens „Fighting catwalk“ im Täubchenweg 43b, der vorrangig die bei Neonazis beliebte Marke „Thor Steinar“ in seinem Sortiment führte. Die Schließung ist Ergebnis einer Räumungsklage, die wiederum auf die Intervention des Ladenschlussbündnis zurückgeht. Ebenso gelang es im vergangenen Jahr die Etablierung eines Anlaufpunktes der lokalen Naziszene in einem Wohnhaus in der Lange Straße im Zentrum-Ost zu vereiteln.

„Mit der Fahrraddemonstration wollen wir deutlich machen, wie wichtig kollektives Engagement gegen Nazis ist. Es ist weiterhin notwendig sich aktiv mit dem auch in Leipzig existenten Naziproblem auseinanderzusetzen. Dies bedeutet allerdings, sich zu vergegenwärtigen, dass rassistische Einstellungen keine Sache des so genannten rechten Randes sind, sondern ein gesamtgesellschaftliches Problem.“

Diskriminierung und Ausgrenzung gehören auch in Leipzig zum Alltag von MigrantInnen. Wie tief Vorurteile verankert sind, zeigte nicht zuletzt die Debatte um die Neuorientierung bei der Unterbringung von Asylsuchenden in Leipzig. Auch in Reudnitz regte sich Widerstand gegen die geplante Unterkunft in der Riebeckstraße, der mit rassistischen Ressentiments gegen Flüchtlinge garniert wurde. Dabei wurde nicht einmal vor juristischen Mitteln gegen die Nutzung des Gebäudekomplexes in der Riebeckstraße 63 als Wohnstätte für Asylsuchende zurückgeschreckt – glücklicherweise erfolglos.

„Zwar sind die Erfolge gegen Naziläden und anderen Treffpunkten wichtige Schritte, das gesellschaftliche Klima beeinflussen sie jedoch nur im geringen Maße.“ Darum wird die Fahrraddemo sowohl inhaltlich auch als mit der Wahl der Route den Bogen vom Naziproblem bis zum Alltagsrassismus schlagen. Zwischenstationen sind neben dem ehemaligen „Fighting catwalk“ die Riebeckstraße/ Prager Straße und die Eisenbahnstraße.