In der jüngst auf RTL2 gestarteten Soap „Leben.Lieben.Leipzig“ wird eine Rolle mit dem Freefighter Normann Jendrejczk besetzt (de.stagepool.com/cv/norman.ronin/387074). Außerdem ist einer der Drehorte der Soap die Leipziger Tabledance Lounge Metropolis, die ein Ort der regionalen Neonazi-Szene ist. Das antifaschistische
Ladenschlussbündnis, das rechte Netzwerke aufdeckt und bekämpft, übt daran scharfe Kritik.

Norman Jendrejczk kämpfte bereits zweimal im Rahmen der „Imperium Fighting Championship“. Dieses Kampfsport-Event wurde bisher fünfmal in Leipzig ausgetragen und ist eine Nachfolgeveranstaltung von „Sachsen
kämpft“, die 2012/13 in Schildau stattfand und welche selbst vom Landesgeheimdienst als Neonazi-Veranstaltung klassifiziert wurde. Die “Imperium Fighting Championship” wird von Freefightern des “Imperium
Fight Teams” organisiert, in dem auch Neonazi-Schläger kämpfen. Drei Teammitglieder waren an dem Angriff AUF Leipzig-Connewitz am 11. Januar 2016 beteiligt. Auch im gewaltbereiten rechten Mob Ende August 2018 in
Chemnitz waren Mitglieder dieses Fight-Teams präsent.

Die „Imperium Fighting Championship“ Nr. 2, bei der Norman Jendrejczk im Vorprogramm kämpfte, sollte im April 2015 ursprünglich in der Ernst-Grube-Halle in Leipzig stattfinden. Aufgrund von Interventionen
durch Studierende kündigte die Uni Leipzig der Veranstaltung im Vorfeld die Räume. „[“]Wir wollen solchen Veranstaltungen keinen Raum bieten.
Sie entsprechen nicht dem Leitbild einer weltoffenen und toleranten Hochschule und schaden dem Ansehen unserer Universität”, sagt Rektorin Beate Schücking seinerzeit.

„Dass ein Freefighter mit Verbindungen ins neonazistische Milieu nun in einer Doku-Soap einen Darsteller mimt, ist nicht hinnehmbar“, so Theresa Grün, Sprecherin des Ladenschluss-Bündnisses. „Damit beteiligen sich die
Produktionsfirma und der Sender RTL2 aktiv an der Normalisierung neonazistischer Umtriebe.“
Jendrejczk selbst kommentiert die Vorwürfe in einem Artikel in der Mitteldeutschen Zeitung
(www.mz-web.de/koethen/tv-rolle-im-zwiel… damit, dass er über die Hintergründe des Imperium Fight Teams bescheid wissen, er damit aber nichts zu tun habe und ein „unpolitischer Mensch sei.
Grün kommentiert: „Wer wissentlich für ein mit der Neonazi-Szene verbandeltes Freefight-Team kämpft, ist nicht unpolitisch, sondern stellt sich eindeutig in den Dienst von rassistischen, nationalistischen
Ideologien.“
Hinzu kommt, dass einer der lokalen Drehorte ausgerechnet die Tabledance Lounge Metropolis in der Fleischergasse 4 in der Leipziger Innenstadt ist. Diese Lokalität war über Jahre lang Geschäftssitz der
Sicherheitsfirma Pro GSL, deren Geschäftsführer Tatverdächtiger im Verfahren wegen des Neonazi-Angriffs in Leipzig-Connewitz am 11.1.2016 st. Zudem sponserte „Metropolis“ die „Imperium fighting championship“.
Nicht zuletzt fungierte der Ort im Rahmen der Legida-Aufmärsche des Öfteren als Treffpunkt rechter gewaltbereiter Personen.
„Wir fordern die Produktionsfirma und den Sender RTL 2 auf, sich vom Darsteller Norman Jendrejczk und der Metropolis-Tabledance Lounge zu distanzieren und eine weitere Zusammenarbeit auszuschließen.“ erklärt
Theresa Grün abschliessend.