Auf der Demonstration am 15.06.2019 waren immer wieder kurze Beiträge zu hören, die sowohl die Geschichte als auch die aktuelle Situation in der Kamenzer Straße 10/12 thematisierten.
Zum Nachhören stellt das Ladenschlussbündnis nun diese Beiträge online. Los geht es mit den Beiträgen, die sich mit dem historischen Ort befassen. Mehr zur aktuellen Nutzung folgt später.

Hugo Schneider Aktiengelsellschaft(HASAG)
1863 als Lampen- und Metallwarenfabrik gegründet, produzierte die Hugo Schneider Aktiengesellschaft (HASAG) bereits im 1.Weltkrieg Munition für das Heer. Ab 1933 produzierte die HASAG für die Wehrmacht und war als „NS-Musterbetrieb“ eng mit der Ideologie des Nationalsozialismus verwoben.


KZ-Außenlager
Ab Sommer 1944 unterhielt die HASAG mehrere KZ-Außenlager in Sachsen, eines davon in Leipzig in der Kamenzer Straße. Das System der Ausbeutung und Vernichtung rückte somit unumstößlich in das Bewusstsein der Zivilbevölkerung.


Verfolgung
Ein Großteil der in der Kamenzer Straße eingesperrten Frauen und Mädchen hatten eine langjährige Geschichte der Verfolgung und Ausgrenzung hinter sich als sie nach Leipzig kamen. Sei es auf Grund von politischem Engagement oder rassistischer Verfolgung.

Täter_innen damals
Wie auch andern Orts wurde ein Großteil der Täter_innen aus dem KZ-Außenlager HASAG nach 1945 nicht juristisch belangt.

Besucher_innen
Immer wieder wollen Überlebende oder ihre Verwandten den historischen Ort besuchen, können dies jedoch aufgrund der aktuellen Nutzung nicht angstfrei tun.