Archive for the ‘Allgemein’ Category

Forderungskatalog des Ladenschlussbündnisses

Montag, August 13th, 2018

Wir stellen fest und fordern:

1. Der Neonazitreff in den Gebäuden der Kamenzer Straße 10/12 im Leipziger Osten muss geschlossen werden.

2. Ein aktives, kämpferisches Gedenken an das ehemalige Frauen-Konzentrationslager in der Kamenzer Straße muss etabliert werden.

3. Neonazis muss es unmöglich gemacht werden, Immobilien im Stadtgebiet Leipzig als Trainings-, Geschäfts- und Veranstaltungsorte zu nutzen.

4. Ein Ort des würdigen Gedenkens und der politischen Aufklärung muss nach der Schließung des Treffs installiert werden.

5. Es muss eine Aufklärung über die mörderische Ideologie der rechten Menschenfeinde erfolgen.

6. Die Profilierung der Stadtoberen auf offiziellen Gedenkveranstaltungen, die einen Nazitreff in der Stadt dulden, muss aufhören.

7. Es bleibt dabei: „Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.“

70 Antifaschist*innen unterstützen die Forderungen des Ladenschlussbündnis

Ladenschlussbündnis August 2018

Antifaschistischer Stadtteilspaziergang erfolgreich!

Donnerstag, August 9th, 2018

70 Antifaschist_innen haben sich gestern im Rabet an der Eisenbahnstraße zu einem antifaschistischen Stadtteilspaziergang durch Leipzig-Schönefeld getroffen. Ziel war die Kamenzer Straße 10/12, das Gelände auf dem sich unter der NS-Herrschaft ein Frauen-Außenlager des KZ-Buchenwand befand. Mittlerweile wird es von der Neonazi-Kampsportgruppe „Imperium Fight Team“ als Trainingsort genutzt und auch andere rechte, reaktionäre und patriarchale Strukturen nutzen die Kamenzer Straße 10/12 als Treffpunkt.

Der Spaziergang sollte im Stadtteil für die Problematik sensibilisieren und so verteilten wir Flugblätter, führten Gespräche mit Passant_innen und brachten politische Forderungen mit Sprühkreide an. An einigen Zwischenstationen hielten Teilnehmer_innen kurze Reden über ein Megafon. Am Stannebeinplatz wurde ein historischer Redebeitrag zu Zwangsarbeit in Leipzig vorgetragen, bei einer weiteren Zwischenstation ging es um vergangene Auseinandersetzungen mit Rassist_innen im Leipziger Osten. Beim Abschluss an der Kamenzer Straße wurde eine Rede zur gedenkpolitischen Situation um das Gelände gehalten. Am Ende trugen wir als Ladenschlussbündnis noch einmal unsere politischen Kernforderungen vor, die wir in den nächsten Tagen noch einmal veröffentlichen werden.

Vielen Dank an alle, die gestern mit dabei waren! Wir bleiben gemeinsam dran und lassen nicht locker, bis die reaktionären Männer-Banden und Nazi-Schläger die Kamenzer Straße verlassen! Nehmen das Gedenken an den NS selbst in die Hand und ziehen die richtigen Konsequenzen!

Stadtteilspaziergang in Leipzig-Schönefeld

Sonntag, Juli 8th, 2018

Wir laden euch zu einem Stadtteilspaziergang im Leipziger Nordosten ein!

Mittwoch, 8.August 2018 – 17 Uhr – Rabet

Wir, das Leipziger Ladenschlussbündnis, haben uns zum Ziel gesetzt, Neonazistrukturen und rechte Netzwerke in Leipzig zu bekämpfen. Im Fokus steht ein Häuserkomplex in der Kamenzer Str. 10/12 in Leipzig-Schönefeld.

An diesem Ort befand sich von Juni 1944 bis April 1945 das größte Frauenaußenlager des KZ Buchenwald. Die dort ca. 5000 inhaftierten Frauen und Mädchen mussten schwerste Zwangsarbeit für einen Leipziger Rüstungskonzern leisten. Erschöpfung, Hunger, Krankheiten und Gewalt bestimmten den Lageralltag, mehrere hunderte Menschen fielen diesem Verbrechen zum Opfer.

Die Geschichte des Ortes und das Schicksal der Häftlinge ist heute weitgehend aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwunden. Seit 2009 erinnert vor Ort eine kleine Gedenktafel an die dort begangenen Verbrechen, im städtischen Gedenken spielt der Ort und seine Geschichte jedoch keine Rolle. Stattdessen können Neonazis dort seit einigen Jahren weitgehend ungestört ihr Unwesen treiben. So wurden dort bereits seit 2008 regelmäßig Nazikonzerte veranstaltet. Seit 2017 ist die Kamenzer Straße 10/12 Trainingsort des „Imperium Fight Teams“, einem Kampfsport-Gym, das sich aus den Hooligan-Strukturen des 1. FC Lok Leipzig und Neonazis aus der Region rekrutiert.

Das Ladenschlussbündnis hat sich zum Ziel gesetzt, diese Zustände in der Kamenzer Straße nicht länger hinzunehmen und entschlossen und aktiv dagegen vorzugehen. Daher laden wir alle Antifaschist_innen und Leipziger_innen zu einem gemeinsamen Spaziergang am 8. August 2018 durch den Leipziger Nordosten ein.

Gemeinsam mit Euch wollen wir verschiedene historisch bedeutsame Stationen im Stadtteil ablaufen und die Öffentlichkeit und Anwohner_innen über die Aktivitäten der Neonazis in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft informieren. Lasst uns gemeinsam gegen die Nazis und ihr Treiben in der Kamenzer Straße vorgehen und uns für ein würdiges Gedenken an die Opfer des ehemaligen KZ-Außenlagers einsetzen!

Mi, 8.August 2018 – 17 Uhr

Treffpunkt: Rabet (am Aldi)
Endpunkt: Kamenzer Straße 10/12

Zur Vorbereitung des Antifaschistischen Stadtteilspaziergangs laden wir zu einem Bastelnachmittag ein. Kommt vorbei, informiert euch und gestaltet Transparente, Schilder und Anderes mit.

28. Juli 2018 – Ab 15 Uhr – Ort: E150 (ask your local network / Leipzig East)

200 Antifaschist_innen protestieren gegen Nazitreff in ehemaligem KZ – Polizei-Schikanen gegen Kundgebung

Dienstag, Mai 8th, 2018

Presse-Mitteilung des Leipziger Ladenschlussbündnisses

200 Antifaschist_innen haben am 8. Mai gegen den Nazitrainingsort im ehemaligen KZ-Frauenaußenlager in der Kamenzer Straße 10 in Leipzig demonstriert. Mit einer Ausstellung zur Geschichte des Ortes und inhaltlichen Reden brachten sie ihren Unmut über die Kontinuitäten von nationalsozialistischer Ideologie in Deutschland zum Ausdruck. Nach dem ordnungsgemäßen Abschluss der Kundgebung verwickelte die Polizei den auf der Rückfahrt befindlichen Lautsprecherwagen der Kundgebung in eine „Verkehrskontrolle“, um die Antifaschist_innen zu schikanieren.

Die Reden auf der Kundgebung beleuchteten den historischen Hintergrund des Ortes, die aktuellen Neonazi-Strukturen, die das Gebäude nutzen und die Zusammenhänge zwischen reaktionären Männer-Banden, Kapitalismus und Patriarchat. Das antifaschistische Ladenschlussbündnis, die Gruppen »Rassismus Tötet!« und »the future is unwritten« sowie einige geschichtspolitisch interessierte Bürger_innen trugen Redebeiträge zur Kundgebung bei. Ladenschlussbündnis-Sprecherin Theresa Grün kommentierte den Verlauf des heutigen Tages mit den Worten: „Die Kundgebung war ein voller Erfolg. Eine hohe Anzahl an Antifaschist_innen hat den Neonazis und Männer-Banden in der Kamenzer Straße heute klargemacht, dass ihre Aktivitäten ab sofort nicht mehr hingenommen werden. Benjamin Brinsa und seine Kameraden können sich schon mal warm anziehen.“
Der Gebäudekomplex in der Kamenzer Straße 10/12 im Leipziger Nordosten dient den Neonazis des »Imperium Fight Team« um den rechten Hooligan Benjamin Brinsa als Trainingszentrum. In dem Gebäude und dem umliegenden Areal befand sich von 1944 bis kurz vor Kriegsende das größte Frauenaußenlager des KZ-Buchenwald. Inhaftiert waren dort vor allem jüdische Polinnen und politische Gegnerinnen des NS-Regimes. Deshalb ruft das antifaschistische Ladenschlussbündnis am 8. Mai, dem Tag der Befreiung, zu einer Kundgebung vor dem Gebäudekomplex auf.

Nach dem Abschluss der Kundgebung begaben sich die Versammlungsteilnehmer_innen auf die geordnete Abreise. Eine Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit der Polizei stoppte den Lautsprecherwagen der Kundgebung unter dem Vorwand einer „verdachtsunabhängigen Verkehrskontrolle“, um dann die Personalien der Insass_innen festzustellen. Theresa Grün zu dem Vorfall: „Es scheint unkonventionell, dass Beweissicherungseinheiten neuerdings auch Verkehrskontrollen durchführen. Es handelt sich offensichtlich um einen fingierten Einsatz gegen den Lautsprecherwagen einer angemeldeten Versammlung am Tag des Sieges über den deutschen Faschismus. Offener könnte die Leipziger Polizei ihre Geisteshaltung nicht zur Schau stellen. Der uniformierten Männer-Bande, die uns den Rückweg ungemütlich machen wollte, können wir nur sagen: ihr seid Teil genau des Problems, gegen das wir heute auf der Straße waren.“

Das Leipziger Ladenschlussbündnis war bereits von 2007 bis 2012 gegen rechte und neonazistische Strukturen in Leipzig aktiv. Im Jahr 2018 hat es sich wiedergegründet und wird von linken Gruppen und Aktivist_innen aus der Stadt unterstützt. Ziel des Ladenschlussbündnisses ist die Auflösung rechter Strukturen in Leipzig und der Einsatz für eine gesellschaftliche Perspektive jenseits von Nationalstaat, Patriarchat und Kapitalismus.

8. Mai – Erinnern. Kämpfen.

Donnerstag, April 26th, 2018

Kundgebung vor dem Nazi-Treff in der Kamenzer Straße!

Erinnert an das Frauen-Konzentrationslager. Kämpft gegen den Nazi-Treff.

Für den 8. Mai, den Tag der militärischen Zerschlagung des NS-Staates, rufen wir zu einer Kundgebung vor dem Nazi-Trainingsort in der Kamenzer Straße 10 in Leipzig auf.

Die Kundgebung beginnt um 18 Uhr.

Anreisetreffpunkte sind aus Connewitz (17.00 an der Haltestelle Mathildenstraße am Herderpark) und den Osten (17.30 an der 70er-Haltestelle Hermmann-Liebmann-Straße/Eisenbahnstraße).

Unseren Kampagnenaufruf findet ihr hier.