8. Mai – Erinnern. Kämpfen.

Kundgebung vor dem Nazi-Treff in der Kamenzer Straße!

Erinnert an das Frauen-Konzentrationslager. Kämpft gegen den Nazi-Treff.

Für den 8. Mai, den Tag der militärischen Zerschlagung des NS-Staates, rufen wir zu einer Kundgebung vor dem Nazi-Trainingsort in der Kamenzer Straße 10 in Leipzig auf.

Die Kundgebung beginnt um 18 Uhr.

Anreisetreffpunkte sind aus Connewitz (17.00 an der Haltestelle Mathildenstraße am Herderpark) und den Osten (17.30 an der 70er-Haltestelle Hermmann-Liebmann-Straße/Eisenbahnstraße).

Unseren Kampagnenaufruf findet ihr hier.

Neonazi-„Imperium“ mit Connewitz-Angreifern bei Kampfsportevent in Halle

Das Leipziger Imperium-Fight-Team, welches eine Trainingshalle auf dem Gelände des ehemaligen KZ-Außenlagers Kamenzer Straße in Leipzig nutzt, tritt am 28. April in Halle mit den drei mutmaßlichen Connewitz-Angreifern Lars Heine, Paul Hoffmann und Marcus Kottke an. Der „Imperium“-Kämpfer Timo Feucht, ebenfalls unter den 200 festgenommenen Personen am 11.1.2016 in Connewitz, war laut der Recherchegruppe „Hosen runter“ ursprünglich auch als Kämpfer eingeplant gewesen, findet sich aktuell aber nicht mehr auf der „Fight Card“.

Dem Leipziger „Imperium“ den unpolitischen Deckmantel endgültig runterzureißen und die mannigfaltigen Verbindungen in die Neonaziszene bekannt zu machen, ist ein Anliegen des Ladenschlussbündnisses Leipzig. Deshalb unterstützen wir alle Bemühungen in diese Richtung und freuen uns, dass sich die Initiative „Gegen Neonazis im Kampfsport“ per offenem Brief an Unterstützer*innen und Sponsor*innen der „La Familia“ Fightnight in Halle gewandt hat.

Jene Veranstaltung und das dahinterstehende Team standen aus ähnlichen Gründen ebenfalls schon öfter in der Kritik. Derzeit bewegen sich um den Kämpfer Martin Bissinger auch Faschist*innen der Identitären Bewegung, der „Kontrakultur Halle“, im Umfeld des „La Familia“-Fightteams, sodass die Veranstaltung am Samstag ein weiteres Mal zeigen dürfte, dass einerseits die Abgrenzung der Identitären von neonazistischen Akteuren eher strategischer Natur ist, dass vor allem aber der Mythos des „unpolitischen“ Events in der Kampfsportszene aufs Korn genommen gehört.

Der offene Brief wurde auf der Seite der Recherchegruppe „Hosen Runter“ dokumentiert. Ausführlichere Infos zum „Imperium Fight Team“ finden sich bspw. auf dem Blog „Rechte Netzwerke zerschlagen!“; die Gruppe hatte 2017 eine Kampagne gegen die „Imperium Fight Night“ 2017 im Leipziger Kohlrabizirkus organisiert.

Infoveranstaltung zur Kamenzer Straße

24.April 2018
19 Uhr Pöge-Haus (Hedwigstrasse 20, Leipzig)

Was ist da los in der Kamenzer Straße? Vom KZ-Außenlager zum Nazitreff

Im Januar 2018 berichtete die (über-)regionale Presse über ein durch die Polizei verhindertes Nazikonzert im Leipziger Nordosten.Genauer gesagt in der Kamenzerstraße 10/12.
Schon in der Vergangenheit war der Gebäudekomplex immer wieder im Fokus von Antifaschist*innen. Ob Freefight Training, Nazikonzert oder dubioser Rockerclub – immer wieder geben sich Nazis und rechte Männerbünde in der Kamenzer Straße die Klinke in die Hand.

In Kooperation mit der Gedenkstätte für Zwangsarbeit wollen wir mit euch über Geschichte und Gegenwart der Kamenzer Straße 10/12 diskutieren, sowie mögliche Strategien gegen die aktuellen Nutzer*innen entwickeln.

Extreme Rechte und Gender – Mobi-Veranstaltung nach Ostritz

16. April 2018
19 Uhr im Pöge-Haus (Hedwigstraße 20, Leipzig)

Am 20. und 21. April 2018 werden tausende Neonazis im ostsächsischen Ostritz zum »Schild und Schwert«-Festival erwartet. Der Mobilisierung der Initiative »Rechts rockt nicht« zu antifaschistischen Protesten in Ostritz schließen wir uns an. Rund um das Festival werden wie so oft männliche Neonazis und ihre Inszenierung als starke Verteidiger eines »weißen Deutschlands« im Vordergrund stehen. Dass das ein Zerrbild ist, liegt nahe. Darum fragen wir uns: wie sehen die Geschlechterverhältnisse in rechten Bewegungen jenseits der öffentlichen Inszenierung eigentlich aus?

Der Einbezug der Kategorie Geschlecht in die Analyse der extremen Rechten ist kein neuer Zugang, aber doch ein seltener. So kommt es vor, dass Frauen und Mädchen immer noch oftmals übersehen werden. Das Bild der friedfertigen Frau bestimmt die Wahrnehmung von Frauen in Bezug auf das politische Engagement in der extremen Rechten. Sie werden eher als ‚Freundin vonʻ gesehen, als als Trägerin einer politischen Einstellung. Auch die Frage, was extreme Rechte Ideologien für Männer bereithalten und inwiefern die angebotenen Männlichkeiten ein attraktives Angebt darstellen, bietet ein großes Erkenntnispotenzial. Gender stellt eine wichtige Analysekategorie für eine ideologiekritische Auseinandersetzung mit der extremen Rechten dar. Bei der Veranstaltung sollen aktuelle Erkenntnisse sowie Ansatzpunkte für kommende Auseinandersetzungen und politische Praxis vorgestellt und diskutiert werden.

eine Veranstaltung von the future is unwritten – Leipzig und dem Leipziger Ladenschlussbündnis

Kampagnenaufruf des Ladenschlussbündnisses 2018

Antifaschistische Kämpfe in die Offensive!

Das Leipziger Ladenschlussbündnis bekämpft neonazistische Strukturen, rechte Netzwerke und den dazugehörigen Lifestyle in Leipzig. Unser Ziel ist, aktiv und offensiv allen Bestrebungen entgegen zu treten, die sich über ein rassistisches, nationalistisches, antisemitisches, männlichkeitsbetontes, frauenfeindliches und autoritäres Weltbild bestimmen. Beim Kampf gegen den gesamtgesellschaftlichen Rechtsruck dürfen wir nicht vergessen, dass das Problem von gewaltbereiten Neonazi-Strukturen alles andere als geringer wird. Diese Strukturen und Netzwerke zu zerschlagen, bleibt mit unserem Engagement gegen nationale Abschottung, den sexistischen Rollback und für eine gesellschaftliche Emanzipation eng verbunden.

Reaktionäre Männer-Banden und die beschleunigte Welt des Kapitals

Ob in Hooligan-Strukturen ostdeutscher Traditionsvereine, in Freefight-Gyms, bei den Identitären oder in Neonazi-Gruppen: rechte Männer bleiben gern unter sich und versuchen sich als wehrhafte Verteidiger des Abendlandes zu inszenieren. Auch wenn das politische Agieren rechter Frauen nicht unterschätzt werden darf, muss der spezifisch sexistische und männerbündische Charakter der benannten Kreise betont werden. Die Schauplätze der Kampfsportszene und der Sicherheitsunternehmen, das Rotlichtmilieu, die Rockerszene, Bürgerwehren und das Militär sind alles zutiefst reaktionäre und von Grund auf patriarchale Zusammenhänge, die grundsätzlich die notwendigen Grundlagen für rechtsradikale Ideologie bieten.

Dabei sind Männer-Banden ein Produkt der kapitalistischen Gesellschaftsstruktur und ihrer Dynamiken. ‚Kampagnenaufruf des Ladenschlussbündnisses 2018‘ weiterlesen