Das Ladenschluss – Aktionsbündnis gegen Nazis aus Leipzig gründete sich 2007, anlässlich der Eröffnung einer Thor Steinar Filiale in der Innenstadt. Bereits vor der Eröffnung des Tönsberg am Richard Wagner Hain gab es in Leipzig Geschäfte, in welchen Thor Steinar und andere bei Nazis beliebte Marken verkauft wurden. Außerdem verfügte die Nazi-Szene über bekannte und weniger bekannte Treffpunkte in der Stadt. Das Bündnis machte es sich zur Aufgabe, über die städtischen Nazistrukturen und Vertriebswege der Szene aufzuklären, sowie antifaschistische Proteste gegen Treffpunkte, Aufmärsche, Konzerte und sonstige rechte Aktivitäten zu organisieren.

Einen ersten Teilerfolg konnte das Ladenschlussbündnis, mit der Aufgabe des Verkaufs von Thor Steinar in mehreren Geschäften der Stadt erzielen. Von 2007 bis 2009 begleitete das Ladenschlussbündnis den Gerichtsprozess gegen den Betreiber des „Tönsberg“, ausgehend von einer Klage des Vermieters auf Grund arglistiger Täuschung nach §123 BGB. Endgültig entschieden wurde im Frühjahr/Sommer 2009. Das Landgericht Dresden bestätigte die Räumungsklage des Vermieters. Damit musste das „Tönsberg“ ausziehen, suchte sich jedoch im benachbarten Halle/Saale eine neue Bleibe.

Seit Herbst 2011 thematisiert das Ladenschlussbündnis zusammen mit Freund_innen aus dem Leipziger Osten die Entwicklungen rund um ein neues Thor Steinar Geschäft – „Fighting Catwalk“ im Täubchenweg 43b, die Vermietung von Wohnraum der Kling Group an organisierte Nazis in der Langen Straße 15 sowie eine rechte Alltagskultur in der Gegend, beispielsweise in der Wurzener Straße durch die Kneipen „Frankenstube“ und „Käfer“. Hierfür mobilisierte das Ladenschlussbündnis zusammen mit den Freund_innen aus dem Leipziger Osten zu einer antifaschistischen Demonstration am 24. März 2012.